Jahresbericht des Präsidenten Gewerbeverein Wiesendangen 2017

Werte Mitglieder, liebe Ehrenmitglieder, liebe Gäste,

der Jahresbericht 2017 ist fällig. Meistens lese ich alle bisherigen Jahresbericht von mir, damit ich nicht zweimal das gleiche Erzähle. Auch möchte ich mich nicht wiederholen oder euch mit den immer wieder gleichen Themen langweilen. Also hab ich auch jetzt die letzten 15 Jahresberichte von mir gelesen und muss euch leider mitteilen. Ich hab alles gesagt was zu sagen war und was zu sagen ist. Es gibt nicht Neues! Somit ist der Jahresbericht von 2017 jetzt beendet………..

Doch ich könnte vielleicht mal ein wenig Bilanz ziehen. Ich hab das Amt des Präsidenten von Viktor Huss vor 15 Jahren übernommen. Ich war jung, ich war ehrgeizig, ich war motiviert und ich war überzeugt Wiesendangen zu verändern. Logischerweise zum besseren verändern. Ich sah viele Aufgaben die zu lösen waren. Der Gemeinderat vergab Arbeiten an ausserdörfische Firmen. Aus meiner Sicht waren das handfeste Skandale, die es aufzuzeigen und zu eliminieren gab. Es gab Gemeinderäte, die nach meiner Meinung in die falsche Richtung liefen und uns Steine in den Weg legten. Die mussten weg oder bekehrt werden. Das Gewerbe in Wiesendangen war für mich der wichtigste Pfeiler in der Gemeinde und nur wir Gewerbler waren für den Wohlstand und die sonnige Zukunft in diesem Dorf verantwortlich. Die Rahmenbedingungen mussten verbessert werden und der Gemeindepräsident musste davon überzeugt werden, dass seine Aussage im Hirschen betreffend der schlecht zahlenden Firmensteuer nicht korrekt sein kann.

All das waren meine Ziele und ich war dazu berufen worden diese zu erreichen.

Aus diesem Grund gab es für mich nur eine Richtung. Nach vorne, ohne Rücksicht auf Verluste. Dass ich in meiner Sturm und Drangphase das eine oder andere Mal übers Ziel hinausgeschossen bin, ist mir im Nachhinein auch bewusst. Dass ich zum Teil Personen direkt und ohne Kompromisse mit ihren aus meiner Sicht falschen Entscheidungen angesprochen habe, kam nicht immer bei allen gut an. Das ich nach einer GV einen Brief erhalten habe, wo man mich um mehr Sachlichkeit ermahnte kam aber zum Glück nur einmal vor.

Heute nun ist die Zeit gekommen, mich bei allen Leuten, die ich im Zusammenhang mit dem Gewerbeverein Wiesendangen vielleicht mal brüskiert habe, zu entschuldigen. Es tut mir leid, wenn ich das eine oder andere mal zu heftig gewesen bin.

Es war nie böse Absicht dahinter, es war nie auf den Mann geziehlt, oder vielleicht doch das eine oder andere mal hab ich schon auf den Mann geschossen. Jedoch immer mit dem Ziel für das Wiesendanger Gewerbe das Beste herauszuholen oder einem Mitglied von uns zu helfen, oder der Bevölkerung von Wiesendangen etwas spezielles zu bieten. Ganz ganz selten, wenn überhaupt, war Eigeninteresse vorhanden, obwohl auch ich ja ein eigenes „aussterbendes“ Gewerbe habe. Ich würde für jeden von euch in diesem Raum den Kopf hinhalten, wenn ich es für richtig halte ohne auf meine eigene Reputation zu schauen.

Ob mein jetziges Auftreten gesellschaftsfähiger, ruhiger oder besser ist könnt ihr selber entscheiden. Aus meiner Sicht ist es einfach anders, aber mein Ehrgeiz, meine Ziele sind immer noch die gleichen wie vor 15 Jahren. Die Art und Weise hat sich wahrscheinlich verändert, aber ich hoffe mein Gwerbler Herz schlägt immer noch genau gleich stark wie früher. Mit dem Alter wird man einfach ein wenig ruhiger und vielleicht auch umgänglicher. Ähnlich wie ein frisch kastrierter Hund!

Obwohl ich ehrlich sein muss. Mir stinkt es gewaltig langsam gegen die 50ig zu gehen. Aus meiner Sicht geht es bei mir seit zwei,drei Jahren nur noch abwärts. Sei es körperlich wie auch geistig. Ich vergesse Namen von Menschen die ich schon lange kenne und seit 5 Jahren versuche ich eine neue Sprache zu lernen ohne den geringsten Erfolg. Und vor Weihnachen bin ich beim Skifahren auf einer ebenen Fläche umgefallen! Das Umfallen auf der ebene Fläche ist ja schon peinlich, aber richtig scheisse ausgesehen habe ich, als ich aufstehen wollte. Wieso ist der verdammte Boden heute so tief hab ich mich gefragt. Oder sind meine Arme geschrupft! Ich komm nicht mehr hoch! Muss ich wirklich die Bindung öffnen um aufzustehen? Nein, nein und nochmals nein. Ich bin erst 48 Jahre alt und wenn ich jetzt nicht mehr aufstehen kann ist der Weg zum Rollator nur noch eine Frage der Zeit.

Zu euerer Beruhigung. Ich habs dann doch noch geschafft. Nicht mehr so elegant wie früher, aber immer noch ohne Hilfe und mit den Skiern an den Füssen.

Im letzten Jahr hatte der Vorstand nur 5 Vorstandssitzungen in denen wir die anfallenden Aufgaben zu lösen versuchten.

Eines der wichtigsten Traktanden war Konstitution des Oks für die Gewerbeausstellung 2018. Wir haben wieder tolle, fähige und erfahrene Mitglieder gefunden die bereit sind, den relativ grossen Aufwand dieser Planung auf sich zu nehmen. Ein erster Erfolg konnte verbucht werden indem wir ohne Nachfragen weit über 50 Anmeldungen erhalten haben. Wir rechnen auch bei dieser Ausstellung mit ca. 60 Ausstellern. Und dies trotz der rigorosen Einhaltung der Regel, dass nur bestehende Mitglieder unseres Vereines mitmachen dürfen. Das OK gibt wieder alles, damit dieser Anlass für alle ein Erfolg wird. Näheres dazu hören wir noch später.

Die Erneuerungswahlen der Gemeindebehörden steht vor der Tür. Im April werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Der Gewerbeverein kann drei absolut fähige und dem Gewerbe freundlich gesinnte Mitglieder in den Gemeinderat aufstellen. Es sind dies Manfred Steger, Urs Borer und Stefan Nigg. Alle drei haben Erfahrung in diesen Ämtern und werden sich für das Gewerbe wie auch für die Gemeinde Wiesendangen einsetzen. Wir beabsichtigen unsere Kandidaten zu unterstützen, da es seit langem wieder einmal zu Kampfwahlen kommen wird. Ich bitte euch dringend, macht Werbung für unsere Kandidaten und versucht auch euer Umfeld zu mobilisieren, diese zu wählen. Diese Wahlen sind kein Selbstläufer und es hat Kandidaten die wir auf jeden Fall verhindern sollten! Ihr seid alle genug schlau, dass ich hier keine Namen nennen muss!

Auch dieses Jahr hatten wir einen Ausflug. Dieser führte uns in die nahegelegene Zuckerfabrik nach Frauenfeld. Zucker ist eines der meistgegessenen Nahrungsmittel und trotzdem wissen viele nicht, wie die Herstellung von der Zuckerrübe zum Zucker funktioniert. Ein Teil von ca. 50 Mitgliedern von uns hat sich nun dieses Wissen im wahrsten Sinne des Wortes reingezogen. Sie wurden in einer sehr spannenden Führung durch die Zuckerfabrik geführt und viele waren überrascht wieviel Energie für die Herstellung von Zucker benötigt wird. Um selber keinen Energieverlust einzufahren wurde bereits bei dieser Führung ein ausgiebiger Apero eingenommen. Danach dislozierte man in die Frauenfelder City ins Restaurant Back und Brau. Dort wurde das Abendessen eingenommen. Das zu jedem Gang mindestens ein neues Bier serviert wurde, war für viele Mitglieder ein angenehmer Nebeneffekt. Selten können sie mit gutem Gewissen und ohne rot zu werden behaupten, sie wurden gezwungen so viel Bier zu trinken, denn es gehört sich nicht Nahrungsmittel stehen zu lassen. Keine Angst, es haben alle nach Hause gefunden und wir mussten niemanden zurücklassen. Hört sich fast an wie im Krieg!

Der GP des Gewerbevereins fand bei bestem Wetter und warmen Temperaturen statt. Somit konnten wir die Aussenbahn benutzen, was allen sichtlich Freude bereitete. Das anschliessende Essen im Freien glich einer flauschigen Sommerparty und wurde sehr genossen.

Im Dezember fand auch dieses Jahr das zur Tradition gewordene Gritibänz bache statt. Dieses Jahr mit soviel Teilnehmer, dass uns die Wienerli ausgegangen sind.

Und zum Schluss noch eine Geschichte des Kantonalen Gewerbeverbandes, wo ich als Vertreter der ländlichen Gewerbeverein Winterthur Einsitz halten sollte. Wir hatten ja den Auftrag vom KGV erhalten jemanden zu finden, der dieses Amt ausführt. An zwei Sitzungen wurde entschieden, dass ich diese Aufgabe übernehmen soll. Dies wurde dem KGV dann auch so gemeldet. Ich erhielt ein freundliches Eintrittsschreiben, sämtliche Termine usw.. Zwei Wochen später ruft mich der Geschäftsführer des KGV an, sichtlich unsicher, sie haben bemerkt , dass sie bereits einen Vertreter der ländlichen Gewerbeverein von Winterthur haben und die Statuten keinen zweiten zulassen. Jeder der mich kennt weiss genau, dass ich mir in diesem Moment eine spitzfindige Bemerkung nicht verkneifen wollte und diese ihm auch mitgeteilt habe. Trotzdem wollte er danach immer noch, dass ich dieses Amt übernehme, aber halt erst ab dem offizielen Wahljahr 2018. Ich war nun einfach immer als Gast ohne Stimme an diesen Anlässen! Ab den Wahlen 2018 soll ich dann offiziell den Posten übernehmen. Viel falsch machen kann ich ja nicht. Mein Vorgänger hatte ja keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, sonst hätte man ihn ja nicht vergessen! So das wars!

Halt-Stop, das war doch noch nicht der Schluss. Mir ist es wichtig noch einer Person in diesem Raum zu danken, der in den letzten 20 Jahren sich tagtäglich für das Wohl der Wiesendanger Bevölkerung eingesetzt hat.

Ich gebe es zu, wir waren zu Beginn nicht immer die dicksten Freunde, aber wie häufig im Leben kannten wir uns zuerst viel zu wenig gut und hörten nur voneinander. Je länger je mehr merkten wir, dass wir beide das gleiche wollen. Nur das Beste für Wiesendangen. Und wir lernten uns besser kennen und anerkannten die Taten des anderen. Obwohl ich hier ganz klar sagen muss, dass Kurt Roth natürlich ein hundertfaches mehr geleistet hat für die Gemeinde als ich. Und das ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich.

Kurt, ich bedanke mich, und das sicherlich auch im Namen aller Anwesenden, für alles, was du in deiner Amtszeit für die Gemeinde Wiesendangen geleistet hast. Du hast Spuren hinterlassen die noch lange zu sehen sind und wir können stolz sein dich als Gemeindepräsident gehabt zu haben. Wir wünschen dir nur das Beste und hoffen du geniesst deine gewonnene Freizeit. Du darfst mit Stolz durch das Dorf spazieren und musst ab dem Juli niemandem mehr Rechenschaft leisten.

Nochmals vielen Dank für deinen Einsatz !!!

Mit diesen Schlussworten, die unser Gemeindepräsident aus meiner Sicht mehr als Verdient hat beende ich meinen Jahresbericht.

Ich wünsche euch allen am Ende des Jahres eine hohe Steuerrechnung, denn dann war das Geschäft erfolgreich. Aber noch viel mehr wünsche ich euch das ihr Gesund bleibt, Gesund werdet und alle eure Ziele im Jahr 2018 erreicht werden.

Wiesendangen den 22.1.2018   kurz vor elf Uhr Nachts

Euer Präsident

Ruedi Meier